Wie funktioniert Expressversand?

Ein Paket oder einen Eilbrief als Express zu verschicken ist für Sie als Absender nicht komplizierter als ein ganz normaler Paketversand. Wir zeigen Ihnen hier das richtige Vorgehen und erklären Ihnen, was nach dem Aufgeben Ihrer Sendung passiert.

hier zum Versandkostenrechner Express

Schritt 1: Preis ermitteln

Im Gegensatz zu einem normalen Paket sind die Preise im Expressversand sehr unterschiedlich. Sie unterscheiden sich je nach Empfängerland, Größe und Gewicht des Pakets sowie der gewünschten Zustellzeit (mehr erfahren über die Preisfaktoren im Expressversand – hier kommt ein Link rein auf den anderen Artikel).

Als ersten Schritt müssen Sie also in der Buchungsmaske (Link) für Ihre Expresssendung das Zielland auswählen sowie Gewicht und Abmessungen Ihrer Paketsendung bzw. Ihres Eilbriefs angeben. Es erfolgt dann automatisch eine sofortige Preisberechnung.

Schritt 2: Versandunterlagen erstellen

Versenden Sie innerhalb Deutschlands oder der EU ist es eigentlich ganz einfach: Sie geben in die Onlinemasken Absender- und Empfängeradresse sowie ein paar Zusatzinformationen ein und senden Ihre Buchung ab. Per E-Mail erhalten Sie dann automatisch zwei fertig vorbereitete Dokumente im PDF-Format, die Sie nur noch ausdrucken müssen:

1. Das Frachtlabel (auch AWB bzw. Airwaybill genannt). Dieses Frachtlabel kleben Sie auf Ihre Sendung außen gut sichtbar auf.

So funktioniert Expressversand

  1. Preis mit Versandkostenrechner ermitteln
  2. Empfängeradresse und Versanddaten eingeben
  3. Expressversand buchen
  4. Versandunterlagen ausdrucken (erhalten Sie per E-Mail)
  5. Fahrer holt Expresspaket im vereinbarten Zeitraum ab
  6. Express-Transport in Auslieferregion
  7. Fahrer liefert Expresssendung aus

2. Das Übergabemanifest (auch Einlieferungsbeleg genannt). Dieses A4-Dokument drucken Sie zweimal aus. Ein Exemplar nimmt der Fahrer bei der Abholung mit, das andere ist für Ihre eigenen Unterlagen bestimmt.

Bei (und nur bei) internationalem Versand au der EU heraus benötigen Sie noch Zoll-Dokumente. Das Wichtigste: eine englischsprachige Handelsrechnung in 4-facher Ausfertigung außen an der Sendung anbringen und jedes Exemplar einzeln unterschreiben.

Weitere Zolldokumente sind je nach Empfängerland notwendig. Informieren sie sich unbedingt immer bei Zollstellen im Empfängerland bzw. bei den Handelskammern. Achtung: die bei der Bestellung online eingegeben Zolldaten sind NICHT ausreichend. Und nur, wenn alle für das jeweilige Land notwendigen Zollpapiere außen an der Sendung angebracht sind, kann Ihre Expresssendung auch ohne unnötige Verzögerungen den Empfänger erreichen!

Auch zu beachten: Ist die Summe (!) aus dem Wert der verschickten Waren und den Versandkosten €1.000,- oder mehr, so benötigen Sie bei internationalem Versand noch ein Ausfuhrbegleitdokument.

Lesen Sie weiterführend auch unseren Artikel zum Zoll bei internationalen Expressendungen (Link).

Schritt 3: Abholung Ihrer Sendung

Jetzt geben sie Ihre eilige Sendung in den Versand. Sie haben dazu bereits in der Buchungsmaske ein Zeitfenster von 2 Stunden vereinbart, innerhalb dessen ein Fahrer Ihre Expresssendung ganz komfortable bei Ihnen vor Ort abholt, was natürlich im Preis enthalten ist. Ab diesem Übergabezeitpunkt ist Ihre Sendung unterwegs und die Zeit läuft …

Schritt 4: Von der Annahme zum Umschlagzentrum

Das Expresspaket ist jetzt beim Frachtführer und wird mit Nachverkehrsfahrzeugen in das nächste Depot bzw. Umschlagzentrum gebracht. Dort ist es durch das Scannen des mit den Versandpapieren aufgeklebten Barcodes in der IT des Transportdienstleisters, z.B. der DHL Express, erfasst und wird computerüberwacht schnellstmöglich dem Transportfahrzeug zur seiner Zielregion zugeordnet. Gibt es aktuell auch noch andere Pakete in die gleiche Zielregion, werden diese gebündelt weitertransportiert.

Der eigentliche Zeitgewinn einer Expresssendung liegt dabei in der bevorzugten Behandlung und der sehr hohen Automatisierung in den Umschlagzentren. Expresspakete haben hier teilweise eine Durchlaufzeit von nur wenigen Minuten und werden in kürzester Zeit für den Weitertransport verarbeitet.

Schritt 5: Von Umschlagzentrum zu Umschlagzentrum - und der Zentral-Hub

Jetzt hängt es vom Frachtführer ab, wie es weitergeht. In so genannten Direktverkehrsnetzen (oder auch Depot-Netzwerken genannt) wird Ihre Sendung vom Umschlagzentrum in Absendernähe direkt zu einem anderen Umschlagzentrum in der Nähe des Empfängers gebracht. Dieses Vorgehen ist insbesondere bei Sendungen innerhalb Deutschlands und beim Frachtführer DHL Express üblich.

Eine andere Form des Transports ist das so genannte Hub-and-Spoke-Netzwerk. Bei Ihnen gibt es zentrale Hubs, zu denen alle Umschlagzentren ihre Pakete liefern und von dem aus die Pakete dann wieder zu den Umschlagzentren weiterverteilt werden. Man hat also eine Art Sternstruktur des Verteilnetzes im Gegensatz zu einer Netzstruktur beim Direktverkehrsnetz.

Ein Hub-and-Spoke-Netzwerk kommt aber auch bei internationalen Sendungen zum Einsatz. Das Paket geht in einem solchen Fall zuerst vom Absender-Umschlagzentrum in den zentralen Hub, das im Falle der DHL Express in Leipzig angesiedelt ist. Dieser Hub ist das zentrale Luftfracht-Drehkreuz für Deutschland, das die Sendungen aus allen Umschlagzentren einsammelt und weiterverarbeitet. Von hier geht Ihre Expresssendung dann per Frachtflieger in das Empfängerland.

Auch in einem solchen zentralen Hub, das täglich zehntausende von Paketen verarbeitet, spielt die hohe Automatisierung und IT-Steuerung eine große Rolle. Diese und die bevorzugte Behandlung von Expressgut führen zur verkürzten Versandzeit gegenüber normalen Paketen.

Schritt 6: Die Auslieferung an den Empfänger

Ist das Paket in dem für den Empfänger zuständigen Umschlagzentrum angekommen, wird es - erneut unter bevorzugter Behandlung und hoher Automatisierung – wieder in ein Nahverkehrsfahrzeug, das letztendliche Zustellfahrzeug umgeladen. Das ist in vielen Fällen ein LKW oder PKW, kann in einzelnen Ländern aber auch ein motorisiertes Zweirad sein.

Dieses Zustellfahrzeug fährt aber nicht, wie im normalen Paketversand, eine täglich feste Route ab. Vielmehr wird es bei Eintreffen des Pakets meist direkt zum Empfänger fahren. Nur wenn es zum gewählten Zustellzeitpunkt weitere Expresspakete gibt, die nicht weit entfernt ausgeliefert werden müssen, bündelt das Zustellfahrzeug diese Auslieferungen, um für alle Empfänger Zeit zu sparen.

Senden Sie innerhalb Deutschlands, wird der Zusteller auch je nach gebuchtem Zustellzeitpunkt vor 9 Uhr, vor 10 Uhr oder vor 12 Uhr Ihre Sendung an den Empfänger übergeben.

Das Expresspaket ist angekommen

Das war es. Das Paket ist angekommen. Im Prinzip ist es für Sie als Absender also ganz einfach: nur online Buchen und Versandinformationen eingeben und auf die Abholung warten. Dann wird der Frachtführer unter Einsatz von viel IT, Ihr Paket schnell über verschiedene Verteilerstationen transportieren und vor Ort zum Empfänger fahren.

Stand 30.09.2016